gerstenkornauge.com Seitenlogo

Gerstenkorn Auge - Wie entsteht ein Gerstenkorn?

Unter einem Gerstenkorn (lateinisch Hordeolum) wird eine Entzündung des Augenlides verstanden. Der volkstümliche Name stammt wohl daher, dass sich am Lid ein etwa Gerstenkorn großer fester Pickel bildet.

Was ist ein Gerstenkorn?

Eine Frau

Beim Gerstenkorn im Auge entzünden sich entweder die Schweißdrüsen am Rand des Augenlides oder Talgdrüsen im Lid-Inneren. Im ersten Fall spricht der Arzt von einem Hordeolum externum oder äußerem Gerstenkorn, im zweiten Fall von einem Hordeolum internum oder inneren Gerstenkorn. Das betroffene Lid ist oft stark gerötet, geschwollen und schmerzhaft, beim äußeren Gerstenkorn ist der feste, meist eitergefüllte Knoten an der Lidkante oder an den Wimpern deutlich erkennbar, beim inneren Gerstenkorn ist meistens nur die Rötung zu sehen.

Wie entsteht ein Gerstenkorn?

In den allermeisten Fällen ist ein Bakterium Auslöser eines Gerstenkorns. Es trägt den Namen Staphylococcus aureus und besiedelt auch bei gesunden Menschen häufig den Nasen-Rachenraum. Staphyloccoccus aureus ist wahrscheinlich der häufigste Infektionserreger des 21.Jahrhunderts. Wird das Augenlid mit dem Erreger infiziert und hat der Mensch eine schwache Immunabwehr, dann kann ein Gerstenkorn entstehen. Auch Personen, die unter Akne oder Diabetes mellitus leiden, sind verhältnismäßig häufig von Gerstenkörnern betroffen.

Ist ein Gerstenkorn gefährlich?

Im Allgemeinen ist ein Gerstenkorn eine zwar unangenehme aber trotzdem harmlose Erkrankung. Neunzig Prozent aller Fälle heilen ganz von selbst in ein paar Wochen wieder ab. Langwierig sind Gerstenkörner aber immer. Manchmal bildet sich das Gerstenkorn einfach zurück. manchmal geht es auch auf und der darin befindliche Eiter entleert sich. In dem Fall ist Vorsicht geboten, weil mit dem Eiter natürlich auch Bakterien austreten. In diesem Entwicklungsstadium ist das Gerstenkorn hoch infektiös und bei mangelnder Vorsicht und Hygiene kann man andere Menschen, aber auch sich selbst anstecken. Es sollte also unbedingt darauf geachtet werden, nicht am Gerstenkorn zu reiben oder herumzudrücken. Auch die gemeinsame Nutzung von Waschlappen und Handtüchern muss unterbleiben.

Hausmittel zur Behandlung eines Gerstenkorns

Wenn man selbst etwas tun will, um das Gerstenkorn schneller wieder loszuwerden, gibt es ein paar empfehlenswerte Hausmittel. Eines davon ist Wärmeanwendung mit der Rotlichtlampe. Im Allgemeinen wird täglich 3x 15 Minuten empfohlen. Ein altes Hausmittel ist Tee mit dem passenden Namen "Augentrost", den es in der Apotheke zu kaufen gibt. Der Tee wird mit kochendem Wasser übergossen und mit dem abgekühltem Sud ein feuchter Umschlag hergestellt. Täglich eine halbe Stunde auf das betroffene Lid gelegt, bringt es das Gerstenkorn schneller zur Reife. Sehr gut wirkt auch ein Esslöffel gemahlener Bockshornkleesamen mit abgekochtem und erkaltetem Wasser zu einem Brei verrührt, auf ein Tuch und dieses Tuch auf das Auge gegeben. Manche Betroffene schwören auch auf einen Umschlag mit verdünnten Apfelessig, aber davon sollte keinesfalls etwas ins Auge gelangen.

Homöopathische Mittel zur Behandlung eines Gerstenkorns

Da ein Grund für die Entstehung eines Gerstenkorns eine Immunschwäche ist, empfiehlt sich vitaminreiche Kost (vor allem Vitamin C und E). Homöopathen empfehlen zusätzlich verschieden Schüsslersalze wie Nr.1 Calcium fluoratum, Nr.4 Kalium chloratum, Nr.5 Kalium phosphoricum und Nr 11 Silicea.

Medikamente zur Behandlung eines Gerstenkorns

Es gibt eine ganze Palette desinfizierender oder antibiotisch wirkender Augentropfen oder Augensalben zur Behandlung eines Gerstenkorns. Sie gehen gezielt gegen die Infektion vor, mildern das Jucken und lassen die Schwellung zurückgehen. Während die desinfizierenden Mittel in der Apotheke rezeptfrei zu bekommen sind, müssen Antibiotika vom Arzt verschrieben werden. Grundsätzlich ist der Gang zum Arzt immer dann sinnvoll, wenn das Gerstenkorn sehr hartnäckig ist, extrem schmerzt oder das Allgemeinbefinden beeinträchtigt.

Zu welchem Arzt geht man mit einen Gerstenkorn?

Heilt ein Gerstenkorn ohne ärztliche Behandlung nicht ab oder leidet ein Patient immer wieder an diesem Problem, dann ist das immer ein Fall für die ärztliche Praxis. Auch mit kleineren Kindern, die ein Gerstenkorn entwickeln, sollten die Eltern zum Arzt gehen. Im Allgemeinen sollte zuerst der Hausarzt bzw. ein Allgemeinmediziner oder ein Heilpraktiker aufgesucht werden. Er kann eine sichere Diagnose stellen und ausschließen, dass eine Bindehautentzündung oder ein sogenanntes Hagelkorn vorliegt, für das es andere Therapien gibt. Handelt es sich um ein inneres Gerstenkorn, dann sollte der erste Weg zum Augenarzt führen, weil diese Art Gerstenkorn durch Blickdiagnose nicht zu erkennen ist und von anderen Augenerkrankungen nicht sofort abgegrenzt werden kann. Der Augenarzt wird das Augenlid umklappen müssen, um die Entzündung in inneren Augenlid zu diagnostizieren. Manche Gerstenkörner werden so groß, dass sie die Sicht behindern und dann sollten sie vom Arzt eröffnet werden.